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15. April 2017
Neue Remise, Sch(l)afstall auf Schloss Bedheim, Bedheim

AUFTRAGGEBER
Förderverein Schloss Bedheim

ORT
Schloss Bedheim, Bedheim

PROJEKTTYP
Neubau

BAUKOSTEN KG 200 – 800
300.000 €

FÖRDERER
IBA-Thüringen
Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

BGF
400 qm

NF
204 qm

LEISTUNGSUMFANG
Leistungsphasen 1 – 9

Schloss Bedheim nimmt an der Internationalen Bauausstellung Thüringen teil. Eines der ersten realisierten Projekte der IBA Thüringen ist die Neue Remise im Wirtschaftshof der Schlossanlage. Mit dem Holzbau zeigen Architekten und Auftraggeber, wie mit einfachen Mitteln und zum großen Teil im Selbstbau architektonische Qualität im ländlichen Raum geschaffen werden kann.

Der lange Baukörper füllt eine wichtige Fehlstelle im Denk- malensemble. Das außen dunkle und zurückhaltende Haus überrascht im Inneren mit sehr hellen und eigenartigen Räumen. Beim Bau wurde weitgehend auf gekaufte Bauelemente verzichtet, auch die Fenster wurden selbst angefertigt. Das Projekt zeigt die Vorteile des Holzbaus und formuliert eine Gegenposition zum technisierten und hochautomatisierten Holzbau, wie er derzeit propagiert wird. Die Nutzungen der Neuen Remise ähneln denen einer Berghütte ohne Berg. Neben einem Schlafsaal und einem Gästezimmer gibt es eine großzügige Küche, die auch gleichzeitig Aufenthalts- und teilweise sogar Ausstellungsraum ist. Sanitäre Anlagen und Lagerflächen für das nebenstehende Gartencafé ergänzen das Programm.

Damit übernimmt der Ende 2018 fertiggestellte Neubau an diesem komplexen Ort eine Schlüsselposition. Das Gebäude hat eine Hebelwirkung: Mit ihm geht nun vieles, was zuvor schwer vorstellbar war und das unkomplizierter, wärmer, ökonomischer und ökologischer.

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23. Oktober 2015
Bedheimer Kamingespräche überLand.Bau.Kunst, Schloss Bedheim

GASTGEBER
Anika Gründer und Florian Kipfel

ORT
Schloss Bedheim

VERANSTALTUNGSFORMAT
Konferenz seit 2015

Die Bedheimer Kamingespräche über Land.Bau.Kunst sind eine 2015 ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe über ein jeweils aktuelles Thema zu den Überbegriffen architektonische und künstlerische Qualitäten auf dem Lande.

Gegründet und organisiert wurde dieses Format von Anika Gründer, Florian Kirfel, Nikola Mayer und Erik van der Werf. Es findet in Zusammenarbeit und mit finanzieller Unterstützung der IBA Tühringen statt.

Ende Oktober, wenn der Spätsommer noch nicht ganz fort ist, aber das Kaminfeuer schon populär, laden wir seit 2015 zu den Bedheimer Kamingesprächen ein. Eine Gruppe von 20 bis 30 an Baukultur im weitesten Sinne interessierten Gästen versammelt sich für ein Wochenende auf Schloss Bedheim um gemeinsam über ein Thema zu diskutieren, frische ländliche Luft zu atmen, Kartoffeln zu schälen und ausgedehnt gemeinsam zu speisen.

Die Gäste sind eine Auswahl von renomierten Architekten, Entscheidungsträgern aus der Politik, Journalisten, Schriftstellern und langjährigen Freunden Schloss Bedheims.

ERSTES KAMINGESPRÄCH_ 23. – 24. Oktober 2015
Architekturproduktion in und aus der Provinz

ZWEITES KAMINGESPRÄCH_ 21. – 22. Oktober 2016
HANDS ON _ Der Selbstbau zwischen Baumarktcharme und künstlerischem Meisterwerk

DRITTES KAMINGESPRÄCH_ 5. Oktober 2018
U-TURN, I-TURN, STADTFLUCHT – Initiativen für Kunst, Bauen und Anbauen auf dem Land

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1. September 2015
Bauwerkstatt Schloss Bedheim

LEHRFORMAT
Eigenes Lehrformat an der Bauhaus-Universität Weimar, seit 2014 jährlich, 15 – 20 Teilnehmer*innen

ORT
Schloss Bedheim in Bedheim

DAUER
2 Wochen

ZIELGRUPPE
Bachelor- und Masterstudierende

LEHRENDE
Anika Gründer und Florian Kirfel

Seit 2014 bieten wir jedes Jahr im September ein zwei- wöchiges Blockseminar für Architekturstudierende der Bauhaus-Universität-Weimar an.
Konzept und Organisation der Bauwerkstatt wurden von uns entwickelt. Das Seminar ist an den Lehrstuhl für Baugeschichte und Denkmalpflege von Herrn Prof. Hans-Rudolf Meier angegliedert.

Ziel der Bauwerkstatt ist die Verknüpfung von Lehre, Forschung und Praxis. Die Studierenden lernen in der Bauwerkstatt durch praktische Anwendung Baukonstruktionen und Baumaterialien beim Bauen im Bestand und in der Denkmalpflege kennen. Dabei handelt es sich sowohl um historische als auch zeitgenössische Techniken. Das Vorgehen von Restauratoren kann ebenso Inhalt sein, wie die Ertüchtigung bestehender Bausubstanz. Weitere Lerninhalte sind eigenverantwortliche Arbeit auf einer Baustelle, Selbstorganisation und Teamwork. Weiterführend möchten wir durch die Gewinnung eines sichereren physischen Umgangs mit dem Denkmal, auch einen sichereren Umgang beim Entwerfen von Aufgaben in der Denkmalpflege und beim Bauen im Bestand fördern.
Die einzelnen Arbeitsschritte werden in ihren grösseren architektonischen und konstruktiven Zusammenhängen erläutert. Dies geschieht einmal direkt auf der Baustelle, bei Rundgängen durch das Schloss und bei Vorträgen nach Feierabend. Handwerker und Hersteller von Baumaterialien werden zusätzlich herangezogen.

Das Vorbild für diesen Ansatz sind die design&build-Studios aus der US-amerikanischen Architektenausbildung.

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21. April 2015
Verwerfung oder die Eroberung eines Blicks, Villa Rosental in Jena

AUFTRAGGEBER
JenaKultur

Realisierung des Botho-Graef-Kunstpreis 2012

ORT
Villa Rosenberg in Jena

MATERIAL
Stampfbeton, Holz, Stahl

LEISTUNGSUMFANG
1 – 9

BAUKOSTEN KG 200 – 800
60.000 €

ABMASSE
5,5 x 5,0 x 3,8 m

Als Folly und gleichzeitig Stück zeitgenössischer Kunst, zit- iert die Arbeit Verwerfung oder die Eroberung eines Blickes keine architektonischen Typologien wie Tempel oder Kathe- drale, sondern nimmt Bezug auf einen Blick und somit eine Landschaftsform; hat als Referenz nicht ein geschichtliches Objekt, sondern den Berg gegenüber.

Die Skulptur wurde vom StudioGründerKirfel im Selbstbau, gemeinsam mit Studierenden der Bauhaus-Universität-Wei- mar errichtet.

Ähnlich wie eine Stadt eine Partnerstadt hat, erhält die Vil- la Rosenthal einen Partnerort: die Studentenrutsche, eine weithin sichtbare Verwerfung in den Jenaer Kernbergen. Eine Verwerfung ist eine Bruchstelle im Gestein, eine geologische Störung, die zwei Gesteinsbereiche gegeneinander versetzt. Im Falle der Studentenrutsche wurde die Terebratula-Zone (unterer Muschelkalk) auf der südlichen Seite um etwa 6 Meter relativ zur Nordseite abgesenkt. Als Zeichen der Verknüpfung beider Orte wird im Garten der Villa Rosenthal eine begehbare Skulptur, ein neues Folly errichtet, von deren Innenraum sich der gezielte Blick auf die gegenüberliegenden Kernberge eröffnet. Die Partnerschaft macht sich bereits vor Eintritt in die Skulptur bemerkbar, denn seine äussere Hülle bildet die markante Muschelkalkstruktur des gegenüberliegenden Hangs ab.

Ansatzpunkt ist es, die Aufmerksamkeit auf das ureigene Potential des Ortes, nämlich die Lage auf einer Klippe und somit der Blick in die Ferne, zu lenken.