(102)
10. Oktober 2019
Stadtbücherei, Lichtenfels

AUFTRAGGEBER
Stadt Lichtenfels

ORT
Lichtenfels

PROJEKTTYP
Umbau und Neubau

LEISTUNGSUMFANG
Leistungsphasen 1 – 9

BAUKOSTEN KG 200 – 800
5.500.000 €

BGF
300 qm

NF
500 qm

Lichtenfels erhält eine Lesetreppe, Spielstufen, einen Stiegenhof, eine Freilufttribüne oder einen Schlossaufgang. Die Nutzungen und Deutungen für den Hof und die Stadtbücherei am Marktplatz 10 sollen vielfältig sein.

Ausgehend von der historischen Durchgangsachse, die Schmal war, bildet der Entwurf – Länge und Raumkante des Hofes nutzend – verwobene und topographisch ausgebildete Innen- und Aussenräume.

Von aussen betrachtet besteht die Stadtbücherei aus drei Baukörpern: Dem historischen Bau am Marktplatz, dem Lesesaal und einem Hinterhofhaus. Die Gliederung in längliche Volumen greift die Stadtstruktur an dieser Stelle auf; so entsteht auch in der Höhenentwicklung eine der Situation angemessene Dachlandschaft.

Der Eingang in die Bibliothek und zu den Verwaltungsräumen ist im Erdgeschoss des historischen Gebäudes: rechts Verwaltung, links Touristeninformation und Bücherei.

Der Lesesaal entwickelt sich ohne räumliche Trennung aus dem gemeinsamem Counter, der zu Schliesszeiten mit einer mobilen Wand abgeschlossen werden kann. Der Lesesaal ist durch eine Bücherwand gegliedert; diese Wand trennt im unteren Teil die Nebenfunktionen der Bücherei im Erdgeschoss und im oberen Teil die leiseren Zonen der Bücherei von der lebendigen Lesetreppe.

In den drei Geschossen des Hinterhofhauses sind Leseplätze, Arbeitsräume und die verschiedenen Abteilungen mit Nebenfunktionen untergebracht. Die Geschosse sind durch eine freistehende Treppe verbunden. Die Dachterrasse auf dem Lesesaal wird als großzügiger Dachgarten mit Sitzgelegenheiten ausgebildet; er dient sowohl den Benutzern und Mitarbeitenden der Bücherei als auch Passanten als Ruhepol in der Innenstadt.

Realisierung 2020 – 2024.

(064)
18. November 2018
Bürgerhaus Wüstenahorn, Coburg

AUFTRAGGEBER
Wohnbau Stadt Coburg

ORT
Coburg, Ortsteil Wüstenahorn

PROJEKTTYP

LEISTUNGSUMFANG
Leistungsphasen 1 – 6

BAUKOSTEN KG 200 – 800
1.500.000 €

BGF
300 qm

NF
400 qm

Vom neuen Quartiersplatz aus zeigt sich das Bürgerhaus mit seinem großen Dach und dem transparenten Erdgeschoss als sichtbares jedoch sich nicht in den Vordergrund drängendes, einladendes Haus.

Von seiner Typologie her ordnet es sich dem See zu. In der klassischen Manier an Ufern stehender Pier- oder Pavillon- bauten, ist der hölzerne Bau ein Mittler zwischen Ufer und Wasser, zwischen Wüstenahorn und Wolfgangsee. Indem es sich dem See und nicht den umliegenden Wohnbauten zuordnet, stellt es seine Sonderfunktion als Haus für alle Bürger des Quartiers deutlich heraus. Das neue Bürgerhaus reiht sich in den umlaufenden Schilfgürtel ein und wird so zu DEM Haus am See.

Das Hauptgeschoss wird von holzgefassten Fensterscheiben dominiert, auf dem ein mit Schiefer eingedecktes Dach ruht. Im Innenraum dominiert bis zur Traufhöhe sichtbar belassenes Holz. Industrieparkett, robuste getischlerte Bareinbauten und Möbel und sägeraue Stützen prägen den Raum. Während das Dach von außen dunkel und ruhend wahrgenommen wird, ist es von innen holzbeplankt, hell gestrichen und erzeugt eine freundliche Untersicht. Das in den Hang geschobene Sockelgeschoss und der innenliegende Kern bilden eine dem Haus Festigkeit gebende Struktur.

(045)
15. November 2018
Kultur.werk.stadt in Neustadt b. Coburg

AUFTRAGGEBER
Stadt Neustadt b. Coburg Fachbereich Hochbau

ORT
Neustadt b. Coburg

PROJEKTTYP
Umbau uns Erweiterung

LEISTUNGSUMFANG
Leistungsphasen 1 – 9

BAUKOSTEN KG 200 – 800
2.000.000 €

BGF
1.847 M2

NF

VOM LINEAREN ZUM MEHRDEUTIGEN

Mit unserem Entwurf für die kultur.werk.stadt. wurde die Druckerei Patzschke in mehreren Operationen von einem Gebäude für lineare Produktion in ein vielfältiges und mehrdeutiges kulturelles Zentrum umgewandelt. Die neue kultur.werk.stadt besteht heute aus Veranstaltungs- und Ausstellungssälen, dem städtischen Kultur- amt mit Archiv, Künstlerwerkstätten, Räumen der Volkshochschule und einem Museum zur innerdeutschen Grenzgeschichte.

ARCHITEKTONISCHE IDEE

Glasbausteinwände teilen die ehemaligen Druckereihallen nun in Räume und Erschliessung. Die historische Redaktionsvilla wurde denkmalgerecht saniert. Ein Erweiterungsbau entwickelt sich aus der Dachlandschaft und formt einen Vorplatz, der die neue öffentliche Bedeutung signalisiert.

(072)
15. April 2017
Neue Remise, Sch(l)afstall auf Schloss Bedheim, Bedheim

AUFTRAGGEBER
Förderverein Schloss Bedheim

ORT
Schloss Bedheim, Bedheim

PROJEKTTYP
Neubau

BAUKOSTEN KG 200 – 800
300.000 €

FÖRDERER
IBA-Thüringen
Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

BGF
400 qm

NF
204 qm

LEISTUNGSUMFANG
Leistungsphasen 1 – 9

Schloss Bedheim nimmt an der Internationalen Bauausstellung Thüringen teil. Eines der ersten realisierten Projekte der IBA Thüringen ist die Neue Remise im Wirtschaftshof der Schlossanlage. Mit dem Holzbau zeigen Architekten und Auftraggeber, wie mit einfachen Mitteln und zum großen Teil im Selbstbau architektonische Qualität im ländlichen Raum geschaffen werden kann.

Der lange Baukörper füllt eine wichtige Fehlstelle im Denk- malensemble. Das außen dunkle und zurückhaltende Haus überrascht im Inneren mit sehr hellen und eigenartigen Räumen. Beim Bau wurde weitgehend auf gekaufte Bauelemente verzichtet, auch die Fenster wurden selbst angefertigt. Das Projekt zeigt die Vorteile des Holzbaus und formuliert eine Gegenposition zum technisierten und hochautomatisierten Holzbau, wie er derzeit propagiert wird. Die Nutzungen der Neuen Remise ähneln denen einer Berghütte ohne Berg. Neben einem Schlafsaal und einem Gästezimmer gibt es eine großzügige Küche, die auch gleichzeitig Aufenthalts- und teilweise sogar Ausstellungsraum ist. Sanitäre Anlagen und Lagerflächen für das nebenstehende Gartencafé ergänzen das Programm.

Damit übernimmt der Ende 2018 fertiggestellte Neubau an diesem komplexen Ort eine Schlüsselposition. Das Gebäude hat eine Hebelwirkung: Mit ihm geht nun vieles, was zuvor schwer vorstellbar war und das unkomplizierter, wärmer, ökonomischer und ökologischer.

(051)
23. Oktober 2015
Bedheimer Kamingespräche überLand.Bau.Kunst, Schloss Bedheim

GASTGEBER
Anika Gründer und Florian Kipfel

ORT
Schloss Bedheim

VERANSTALTUNGSFORMAT
Konferenz seit 2015

Die Bedheimer Kamingespräche über Land.Bau.Kunst sind eine 2015 ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe über ein jeweils aktuelles Thema zu den Überbegriffen architektonische und künstlerische Qualitäten auf dem Lande.

Gegründet und organisiert wurde dieses Format von Anika Gründer, Florian Kirfel, Nikola Mayer und Erik van der Werf. Es findet in Zusammenarbeit und mit finanzieller Unterstützung der IBA Tühringen statt.

Ende Oktober, wenn der Spätsommer noch nicht ganz fort ist, aber das Kaminfeuer schon populär, laden wir seit 2015 zu den Bedheimer Kamingesprächen ein. Eine Gruppe von 20 bis 30 an Baukultur im weitesten Sinne interessierten Gästen versammelt sich für ein Wochenende auf Schloss Bedheim um gemeinsam über ein Thema zu diskutieren, frische ländliche Luft zu atmen, Kartoffeln zu schälen und ausgedehnt gemeinsam zu speisen.

Die Gäste sind eine Auswahl von renomierten Architekten, Entscheidungsträgern aus der Politik, Journalisten, Schriftstellern und langjährigen Freunden Schloss Bedheims.

ERSTES KAMINGESPRÄCH_ 23. – 24. Oktober 2015
Architekturproduktion in und aus der Provinz

ZWEITES KAMINGESPRÄCH_ 21. – 22. Oktober 2016
HANDS ON _ Der Selbstbau zwischen Baumarktcharme und künstlerischem Meisterwerk

DRITTES KAMINGESPRÄCH_ 5. Oktober 2018
U-TURN, I-TURN, STADTFLUCHT – Initiativen für Kunst, Bauen und Anbauen auf dem Land

(000)
1. September 2015
Bauwerkstatt Schloss Bedheim

LEHRFORMAT
Eigenes Lehrformat an der Bauhaus-Universität Weimar, seit 2014 jährlich, 15 – 20 Teilnehmer*innen

ORT
Schloss Bedheim in Bedheim

DAUER
2 Wochen

ZIELGRUPPE
Bachelor- und Masterstudierende

LEHRENDE
Anika Gründer und Florian Kirfel

Seit 2014 bieten wir jedes Jahr im September ein zwei- wöchiges Blockseminar für Architekturstudierende der Bauhaus-Universität-Weimar an.
Konzept und Organisation der Bauwerkstatt wurden von uns entwickelt. Das Seminar ist an den Lehrstuhl für Baugeschichte und Denkmalpflege von Herrn Prof. Hans-Rudolf Meier angegliedert.

Ziel der Bauwerkstatt ist die Verknüpfung von Lehre, Forschung und Praxis. Die Studierenden lernen in der Bauwerkstatt durch praktische Anwendung Baukonstruktionen und Baumaterialien beim Bauen im Bestand und in der Denkmalpflege kennen. Dabei handelt es sich sowohl um historische als auch zeitgenössische Techniken. Das Vorgehen von Restauratoren kann ebenso Inhalt sein, wie die Ertüchtigung bestehender Bausubstanz. Weitere Lerninhalte sind eigenverantwortliche Arbeit auf einer Baustelle, Selbstorganisation und Teamwork. Weiterführend möchten wir durch die Gewinnung eines sichereren physischen Umgangs mit dem Denkmal, auch einen sichereren Umgang beim Entwerfen von Aufgaben in der Denkmalpflege und beim Bauen im Bestand fördern.
Die einzelnen Arbeitsschritte werden in ihren grösseren architektonischen und konstruktiven Zusammenhängen erläutert. Dies geschieht einmal direkt auf der Baustelle, bei Rundgängen durch das Schloss und bei Vorträgen nach Feierabend. Handwerker und Hersteller von Baumaterialien werden zusätzlich herangezogen.

Das Vorbild für diesen Ansatz sind die design&build-Studios aus der US-amerikanischen Architektenausbildung.

(041)
30. April 2015
Markt 33, Ummerstadt

AUFTRAGGEBER
Stadt Ummerstadt

ORT
Marktplatz in Ummerstadt

PROJEKTTYP
Umbau und Sanierung, Denkmalpflegerische Instandsetzung

LEISTUNGSUMFANG
Leistungsphasen 1 – 9

BAUKOSTEN KG 200 – 800
1.000.000 €

Das ehemalige Wohnhaus aus Fachwerk und seine Nebengebäude sind ein Einzeldenkmal und liegen markant an der Ecke des Ummerstädter Marktplatzes. Die Baugeschichte des Anwesens reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück.

Nach jahrelangem Leerstand waren zunächst aufwändige Sicherungsmaßnahmen notwendig. Während die Fassade weitgehend nach historischem Vorbild wieder hergestellt wurde, wurde die kleinteilige Struktur im Innenraum den neuen Nutzungen angepasst.

Als ein besonders typisches Beispiel für die Revitalisierung von Bestandsbauten im innörtlichen Raum, ist der Markt 33 selbst Anschauungssprojekt des Kompetenzzentrums.
Im Anwesen befinden sich neben Ausstellungs- und Veran- staltungsräumen auch die Geschäftsstelle der Iniative und eine kleine Ferienwohnung für Radtouristen.

Das Projekt wurde durch die Städtebauförderung und das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie gefördert. In 5 Bauabschnitten wurde das Projekt von 2014 – 2018 realisiert.

(012)
21. April 2015
Verwerfung oder die Eroberung eines Blicks, Villa Rosental in Jena

AUFTRAGGEBER
JenaKultur

Realisierung des Botho-Graef-Kunstpreis 2012

ORT
Villa Rosenberg in Jena

MATERIAL
Stampfbeton, Holz, Stahl

LEISTUNGSUMFANG
1 – 9

BAUKOSTEN KG 200 – 800
60.000 €

ABMASSE
5,5 x 5,0 x 3,8 m

Als Folly und gleichzeitig Stück zeitgenössischer Kunst, zit- iert die Arbeit Verwerfung oder die Eroberung eines Blickes keine architektonischen Typologien wie Tempel oder Kathe- drale, sondern nimmt Bezug auf einen Blick und somit eine Landschaftsform; hat als Referenz nicht ein geschichtliches Objekt, sondern den Berg gegenüber.

Die Skulptur wurde vom StudioGründerKirfel im Selbstbau, gemeinsam mit Studierenden der Bauhaus-Universität-Wei- mar errichtet.

Ähnlich wie eine Stadt eine Partnerstadt hat, erhält die Vil- la Rosenthal einen Partnerort: die Studentenrutsche, eine weithin sichtbare Verwerfung in den Jenaer Kernbergen. Eine Verwerfung ist eine Bruchstelle im Gestein, eine geologische Störung, die zwei Gesteinsbereiche gegeneinander versetzt. Im Falle der Studentenrutsche wurde die Terebratula-Zone (unterer Muschelkalk) auf der südlichen Seite um etwa 6 Meter relativ zur Nordseite abgesenkt. Als Zeichen der Verknüpfung beider Orte wird im Garten der Villa Rosenthal eine begehbare Skulptur, ein neues Folly errichtet, von deren Innenraum sich der gezielte Blick auf die gegenüberliegenden Kernberge eröffnet. Die Partnerschaft macht sich bereits vor Eintritt in die Skulptur bemerkbar, denn seine äussere Hülle bildet die markante Muschelkalkstruktur des gegenüberliegenden Hangs ab.

Ansatzpunkt ist es, die Aufmerksamkeit auf das ureigene Potential des Ortes, nämlich die Lage auf einer Klippe und somit der Blick in die Ferne, zu lenken.

(001)
24. August 2014
Schloss Bedheim

AUFTRAGGEBER
Familie Kirfel-Rühle

ORT
Schloss Bedheim, Bedheim

PROJEKTTYP
Notsicherung
Nutzungskonzept
Renovierung / Konservierung
Rekonstruktion

LEISTUNGSUMFANG
Leistungsphasen 1 – 9

REALISIERUNG
2012 – 2020

Die barocke Schlossanlage von Bedheim ist ein überregional bedeutendes Beispiel für einen barocken Gutshof mit sehr differenzierter Baugeschichte.
Seit 2012 bis heute saniert und revitalisiert das Studio Gründer Kirfel das Denkmalensemble in Teilschritten. Seit 2013 haben wir auch unseren Wohn- und Bürositz dort.

Umfangreichen Notsicherungen und Bestandsaufnahmen folgte die Ausarbeitung eines breit aufgestellten Konzeptes für die Restaurierung und denkmalverträgliche Revitalierung. Reparatur, Ergänzung, der Ersatz von Bauteilen, erfolgte in substanzschonenden, historischen Bauweisen. In den Bauten und Räumen musste ein breites Spektrum an Funktionen untergebracht werden: Wohnraum, öffentliche Veranstaltungsbereiche, Museale Ausstellungsräume, Gastronomie, Gartenbau, Ateliers usw. Das Konzept ist langfristig angelegt und bedarf eines präzisen und integrierten Planungsaufwandes.

2009 wurde das kleine Wachhaus aus dem 18. Jahrhundert in ein Café umgenutzt. Nach sorgfältigem Aufmass wurde das Gebäude von allen Einbauten befreit und die ursprüngliche Erschliessung wieder hergestellt.
2012-13 wurden der Ostgiebel und der Mittelrisalit mit För- dermitteln aus dem Denkmalschutz- Sonderprogramm des Bundes III, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege saniert und rekonstruiert. 2012 -2015 wurden 5 Wohnungen saniert und der Josephssaal im Westflügel wiederhergestellt. 2014 folgten Reparatur und Verputz der gartenseitigen Außenfassaden. 2015 wurden die Vorräume des Josephsaals wiederhergerichtet.