(124)
In Memoriam Mollusca, Schloss Wilhelmsthal Kassel

AUSLOBERIN
Museumslandschaft Hessen Kassel

ORT
Calden

PROJEKTTYP
Skulpturen

WETTBEWERB
Kunstwettbewerb

Drei mit einer tief grünen Moosschicht überzogene Muschelskulpturen füllen die Konchen der Grotte im Schlosspark Wilhelmsthal. 

Das bauzeitliche Thema der Muschel wird wieder aufgenommen und ihr dabei eine neue Rolle zugedacht: Anstatt wie im Rokoko den zierenden Hintergrund, die geschnörkelte Dekoration oder das Baumatreial für Skulpturen zu sein, wird die Muschel hier selbst zum Akteur. 

IN MEMORIAM MOLLUSCA bringt die Muschel aber auch noch auf einer anderen Ebene in die Gegenwart: Durch die Auswahl dreier gefährdeter Muschelarten lenkt das Kunstwerk den Blick auf den rasanten weltweiten Rückgang von Muscheln als Folge der Klimaerwärmung und Meeresverschmutzung.

Der waldige Geruch und die schleichenden Veränderungen des Mooswachstums machen das Kunstwerk zu einem sinnlichen Erlebnis und machen es mehr als einmal besuchenswert.

(103)
Mensch Ernst oder Protest als gemeinsamer Nenner, Berlin

AUSLOBER
Land Berlin

ORT
Berlin Pankow

PROJEKTTYP
Begehbare Skulptur

WETTBEWERB
Kunstwettbewerb

Dem politisch und ästhetisch archaischen Ernst-Thälmann Denkmal wird ganz bewusst ein leichtes, durchscheinendes Pendant hinzugefügt. Dieses ist begehbar und ermöglicht eine Konfrontation mit dem Thälmannkopf auf Augenhöhe.

Im Spannungsfeld zwischen mächtiger und filigraner Skulptur entstehen Auseinandersetzungen mit den Themen Protest, Vereinnahmung und menschlicher Maßstab.

Die begehbare Struktur bietet sowohl Anwohnern, als auch Besuchern neue Möglichkeiten der Aktivität und des Aufenthalts, lässt sie in Farbstimmungen eintauchen und nicht nur auf das Denkmal, sondern auf den gesamten Ernst-Thälmann Park ungewohnte Blicke richten. 

(094)
Kiswa Periskop, Universität Tübingen

AUFTRAGGEBER
LANDESBETRIEB VERMÖGEN UND BAU BADEN WÜRTTEMBERG

ORT
ZENTRUM FÜR ISLAMISCHE THEOLOGIE DER UNIVERSITÄT TÜBINGEN (D)

MATERIALIEN
STOFF, KUNSTSTEIN, SPIEGEL

ABMASSE
1 x 1 x 7 m

REALISIERUNGSKOSTEN
90.000 EUR

Am Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen entsteht mit dem Kiswa Periskop ein Ort, an dem sich Wissen und Glauben bündeln und Ver- und Enthüllen koexistieren.

Ein Streifen einer obsoleten Kiswa, des Stoffes der heiligen Kaaba aus Mekka, wird in der Bibliothek ausgestellt. Durch eine Periskopstele im Bibliotheksinnenhof lässt sich das Textil und auch das sich davor abspielende Bibliotheksgeschehen vom Plateau aus beobachten.

Das Projekt wird zur Zeit realisiert und voraussichtlich 2022 abgeschlossen sein.

(093)
Pausenheimaten

AUFTRAGGEBER
Bezirksamt Pankow, Berlin

ORT
Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium, Berlin

MATERIALIEN
Vollholz Fichte verleimt, Wachsöl-Lasur

REALISIERUNGSKOSTEN
136.000 €

Die „l‘art pour l‘art“, die „Kunst um der Kunst Willen“, welche der französische Philosoph und Politiker Victor Cousin Mitte des 19. Jh. verkündete und nach welcher die Kunst nur Selbstzweck, „abgelöst von allen ihr fremden Zielen“ (Universal Lexikon online 2019) sei, ja sich gerade durch ihre Nutzlosigkeit auszuzeichnen habe, bildet gegenwärtig nur eine von vielen Vorstellungen darüber, was Kunst ist, bzw. wie sie beschaffen sein sollte. Heute kann man in Kunstwerken baden, liegen, oder durch sie hindurchlaufen, man kann sie anziehen, oder sogar essen.
Insbesondere in der ortsbezogenen, an realen Orten und in Realitäten eingreifenden Kunst, sind konkrete Absichten, Anliegen und eben auch Aneignungen und Nutzungen häufig der Fall. Und so überrascht es, dass die Sparte der „Kunst am Bau“, die ja eben per se in reale Orte eingreift, sich noch fast ausschließlich der Zweckfreiheit und nicht selten auch der Anliegenlosigkeit verschreibt.
Der Beitrag „Pausenheimaten“ formuliert ganz bewusst Nutzen und Anliegen.

„Pausenheimaten“ ist der Entwurf zweier unterschiedlicher hölzerner Skulpturen, mit den Titeln „GANZ DA“ und „KURZ WEG“ in mehrfacher Ausführung. Anliegen ist es, den Schülern des Felix-Mendelsohn-Bartholdy-Gymnasiums temporäre Heimaten, bzw. Beheimatungen zu bieten. Eigene Erinnerungen lehren, dass Schüler- Innen den Unterricht zumeist in einem von zwei Modi, bzw. Gemütszuständen verlassen. Freilich sind diese zwei Modi in sich wiederum in unzähligen Ausdifferenzierungen möglich. Da gibt es den eher extrovertierten Modus; In diesem ist man mitteilsam oder wissbegierig, in jedem Falle auf Kommunikation ausgerichtet. Diesen SchülerInnen bietet das Heimatknäuel „GANZ DA“ einen angemessenen Raum zur Entfaltung. Oder aber, man startet in eher introvertierter Stimmung in die Pause. Ist nachdenklich, müde oder möchte einfach nur Geist und Stimme eine Weile pausieren lassen. Diesen SchülerInnen bietet das andere Heimatknäuel „KURZ WEG“ Raum und Schutz zugleich. 

Realisierung 2018 – 2021.

(091)
Raumorgel, Zionskirche in Berlin

PROJEKTTYP
Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung einer neuen Orgel in der Zionskirche Berlin

ORT
Zionskirche in Berlin

Nicht nur der Klang der neuen Orgel in der Berliner Zionskirche öffnet sich in den Raum; sie selbst bildet den Raum. Ein „Wald“ aus Pfeifengruppen steht auf den Emporen und eröffnet Besuchern, Zuhörern und Gläubigen neue Möglichkeiten des Erlebens und der Teilhabe an Musik. Dem Organisten eröffnet diese räumliche Aufteilung von Klangquellen Spielinterpretationen, wie sie bei herkömmlichen Orgeln nicht möglich sind.

Mit dieser Orgelkonzeption wird sowohl an sakrale Funktionen und Traditionen angeknüpft, als auch Bezug zur sozialen Bedeutung und Geschichte des Ortes genommen: Als Ort sozialer Offenheit und Interaktionen (Dietrich Bonhöffer, Ost-Punk-Konzerte, Umweltbewegung, Neues Forum etc.) scheint uns eine Orgel, welche man nicht nur von außen ansehen, sondern „betreten“ bzw. sich zwischen ihren Komponenten bewegen, sich mit Anderen gemeinsam darin aufhalten und interagieren kann, eine angemessene Antwort auf Ort und Zeit zu sein.

2. Preis, März 2019

(066)
Raumkörpergeste, Kunst für die Staatsoper Berlin, 3. Preis im Wettbewerb


AUSLOBER
Stadt Berlin

ORT
Staatsoper Berlin

PROJEKTTYP
Rauminstallation

WETTBEWERB
3. Preis Kunstwettbewerb

Durch minimale Berührungen werden zweidimensionale Flächen zur Formung eigener Gesten gebracht. Körper interagieren direkt mit dem Raum; eine Raumkörpergeste entsteht.

Durch 24 Wandfelder der Konditorei drücken sich Komponenten KÖRPERLICHER Gesten. ZU SEHEN SIND Körperteile, welche gerade an der Ausführung einer Geste beteiligt sind; Andeutungen von Gesten.

Eine Hand, ein Finger, ein Knöchel berührt den dehnbaren Stoff und zwingt die gesamte Fläche sich in seine Richtung auszudehnen. Genau diese, den Stoff berührenden Körperteile, sind im Kunstwerk verstetigt. Der Rest der Geste hat sich verflüchtigt. 

Sind es die Darsteller von der Bühne, die sich da durchdrücken? Stammen die Bewegungen aus Ballett und Oper? Oder sind es Teile von Alltagsgesten? Ist das nicht ein ganz normaler Ellenbogen, wie der der Dame, die gerade das Sektglas festhält? Nein, sind diese Hände nicht gerade am Flicken von etwas? Sind es gar die Menschen hinter den Kulissen, die sich hier durchdrücken? Einige der 800 unsichtbaren Angestellten der Staatsoper?

Die dargestellten Gestenfragmente ermöglichen unterschiedliche Deutungsmuster, lassen Freiraum für die Fantasie der Besucher und setzen Reflexionen über Körperlichkeit, Entkörperung und den Organsimus Opernhaus, mit all seinen im Verborgenen ablaufenden Vorgängen in Gang.

(065)
THESE LITTLE THINGS ARE EVERYWHERE BUT ONLY FEW ARE EXAMINED BY AN ARTIST, BIMSB Berlin

AUFTRAGGEBER
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin

ORT
BIMSB Berlin-Mitte

MATERIALIEN
Kunststeinschale, 26.000 Polyethylen-Kugeln, Auswurfapparatur, LED-Strahler

REALISIERUNGSKOSTEN
90.000 EUR

Im Treppenhaus des BERLIN INSTITUTE FOR MEDICAL SYSTEMS BIOLOGY entsteht ein magischer Raum und zugleich logisch berechneter Ort. Fluoreszierende Kugeln fallen in programmierten Abständen vom obersten Geschoss über 20 m durch das Treppenhaus und sammeln sich in einer Schale im Erdgeschoss.

In Detlev Gantens Zitat über Max Delbrück benennt er eine wesentliche Gemeinsamkeit von Kunst und Wissenschaft. Gerade im Forschungsfeld der Molekularmedizin, ebenso wie bei den Künsten ginge es immer darum, „das Unsichtbare sichtbar zu machen“. Die Idee für das Kunstwerk entstand in der Auseinandersetzung und dem Weiterspinnen dieses Gedankens. Entstanden ist ein Spiel mit dem „nahezu Unsichtbaren“. Das Kunstwerk hebt das Untersuchen von Kleinstteilen in der Systembiolgie (Zellen, Genome, etc.), in einen, für das menschliche Auge gerade so sichtbaren Maßstab und somit auf eine physisch erfahrbare und ästhetische Ebene.

Über den Tag verteilt fallen 140 Kugeln durch das Treppenauge. Der Rhythmus, in dem die Kugeln fallen, orientiert sich dabei an der mathematischen Charakteristik der Normalverteilung. Ein Beobachter kann so über einen vollständigen Abwurfzyklus der Kugeln die mathematische Charakteristik der Normalverteilung durch den Rhythmus der fallenden Kugeln optisch, akustisch, physisch wahrnehmen.

Das Kunstwerk wurde am 30.08.2019 der Öffentlichkeit vorgestellt und in Betrieb genommen.


(061)
Massen in Bewegung – Hamm 2015, 3. Preis im Wettbewerb

AUSLOBER
Stadt Hamm

ORT
Haldenfamilie am Lippepark Hamm

PROJEKTTYP
Begehbare Skulpturen

WETTBEWERB
3. Preis Kunstwettbewerb

5 massige, geheimnisvolle Gestalten prägen die Kuppen der Halden Schacht Franz Nord, Radbod, Sundern, Kissinger Höhe und Humbert. In Höhe und Breite variierend, haben sie doch drei Gemeinsamkeiten, welche sie als klar zusammengehörige Familie erkennbar machen: alle fünf Skulpturen basieren auf der Kubatur eines Zylinders. Alle fünf Skulpturen bestehen aus exakt 100 Kubikmetern Masse.
Alle fünf Skulpturen sind aus dem Gestein jeweils der Halde auf der sie stehen gebaut.
Die Auseinandersetzung mit der Stadt Hamm und ihrer Bergbaufolgelandschaft geschieht somit unmittelbar, nämlich durch das Bauen mit dem Ort selbst. Durch stampfen wird der Abraum, das Lokale, die Landschaft prägende Material zur Skulptur.

(056)
Spiritus Familiaris, IKMZ Universität Potsdam

AUFTRAGGEBER
Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB)

ORT
Informations- Kommunikations- und Medienzentrum der Universität Potsdam (IKMZ)

BAUBUGET
130.000 €

SPIRITUS FAMILIARIS ist eine Serie von fünf künstlerischen Eingriffen am Informations- Kommunikations- und Medienzentrum der Universität Potsdam (IKMZ). Die einzelnen Kunstwerke sind Inszenierungen einer skurrilen Zweitwelt. Sie nehmen nicht nur Bezug zueinander, sondern sind auch eng verknüpft mit der Architektur des sie umgebenden Raumes. Die Architektur des IKMZ scheint die Kunst sogar nahezu zu gebären. Aus ihren glatten, großzügigen, teils farbig lackierten Oberflächen, wachsen die Kunstwerke in jeweils gleicher Materialität heraus. Wie ein Chamäleon passt sich jedes einzelne Werk dem Material und der Farbigkeit seiner Umgebung an. 

Realisierung 2016

(043)
Sphäre g1 – München 2013

AUSLOBER
Klinikum der Universität München

ORT
Marchioninistraße, München

PROJEKTTYP
Begehbare Skulptur

WETTBEWERB
Kunstwettbewerb

Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung der Außenbereiche – Klinikum der Universität München.
Neubau für das Centrum für Schlaganfall- und Demenzforschung

Die begehbare Skulptur „Sphäre g1“ bietet den Durchwegenden, seien es Patienten, Besucher oder Forscher unterschiedliche Angebote der Benutzung und der Aneignung. Die Skulptur lässt verschiedene Interpretationen zu und wird so für jeden das, was seiner Gedankenwelt gerade am nächsten ist:

Einer betritt ein höhlenartiges Objekt, in dem er sich geborgen fühlt und zur Ruhe kommt, ein nächster läutet die Glocke und befindet, dass es sich bei der Skulptur wohl um eine kleine ungewöhnliche Kapelle handelt, einen weiteren überkommt beim Betreten des rundlichen Körpers das Gefühl einer Reise in sein eigenes Gehirn und für wiederum einen anderen ist das Kunstwerk zu seinem favorisierten Mittagspausenplatz geworden. Hier isst er gerne seine Wurstsemmel, da er hier hell und gleichzeitig wettergeschützt sitzen kann.

(039)
Streifzüge durch Japans Gebrauchte Architektur, Kyoto (J)

AUFTRAGGEBER
Goethe Institut

ORT
Goethe Institut Villa Kamogawa, Kyoto (J)

JAHR UND DAUER
Mai – Juli 2013

Erstes Ergebnis unsres dreimonatigen Stipendienaufenthalt in der Künstlerresidenz des Goethe Instituts in Kyoto, war die Ausstellung Streifzüge durch Japans gebrauchte Architektur in der Villa Kamogawa und ein dazugehöriger Vortrag. Ein Netz aus den, in Japan derzeitig boomenden Hygienemasken wurde zum Träger von architektonischen (und nicht architektonischen) Eigenheiten des Landes. Ebenfalls zu sehen war unsere, in Bentoboxen archivierte, Sammlung umgenutzter und Gebrauchter Architekturen.

Inspiriert von Terunobu Fujimoris Architecture Detectives League und der ROJO Kansatsu Gakkai (Street Observation Society) und beeinflussst von Arata Isozakis theoretischen Überlegungen zur Japan-ness in der Architektur haben wir im April 2013 unsere Streifzüge durch Japans Gebrauchte Architektur begonnen. Unsere Beobachtungen haben wir fortwährend fotografisch und schriftlich festgehalten und später katalogisiert. Parallel zu den eigenen Beobachtungen diskutierten wir unsere Fragen in persönlichen Gesprächen mit Architekten, Institutionen und Wissenschaftlern.

(018)
Lutherkanzel, Torgau

AUSLOBER
Bund Bildender Künstler Leipzig e.V. in Kooperation mit der Stadt Torgau

ORT
Nikolaikirche, Torgau

PROJEKTTYP
Temporäre Installation

Mit der Arbeit LUTHERKANZEL 2012 wird eine verborgene Spur wieder aufgenommen und die ehemalige Nikolaikirche, ein einst bedeutsamer Ort, an dem Martin Luther vor fast 500 Jahren die ersten Taufen und Predigten auf Deutsch hielt, wieder sichtbar gemacht.

Wie ein wertvolles Kleinod liegt die weiße Kanzel an der durch unzählige Geschichtsspuren gekennzeichneten Fassade. Seit ihrer Erbauung im 13. Jahrhundert wurde die Kirche als Gewandhaus, Kaufhaus, Lager, Gefängnis, Behausung für einen großen Wassertank und als Munitionslager genutzt.

Durch die Platzierung eines einzigen Objektes wird nun der einst sakrale Innenraum für wenige Monate in den Außenraum verlegt.

Die LUTHERKANZEL 2012 funktionierte als eigenständiges Objekt, wurde im Sommer 2012 jedoch auch mit einer Theaterperformance, einem Lesewettbewerb und Konzerten bespielt. Die Installation wurde zum Katharina-Tag, am 30. Juni, der Öffentlichkeit übergeben.

(012)
Verwerfung, Villa Rosenthal, Jena

AUFTRAGGEBER
JenaKultur

ORT
Villa Rosenthal in Jena

MATERIAL
Stampfbeton, Holz, Stahl

LEISTUNGSUMFANG
Konzept und Ausführung

BAUKOSTEN KG
60.000 €

ABMASSE
5,5 x 5,0 x 3,8 m

Als Folly und gleichzeitig Stück zeitgenössischer Kunst, zitiert die Arbeit Verwerfung oder die Eroberung eines Blickes keine architektonischen Typologien wie Tempel oder Kathedrale, sondern nimmt Bezug auf einen Blick und somit eine Landschaftsform; hat als Referenz nicht ein geschichtliches Objekt, sondern den Berg gegenüber.

Die Skulptur wurde vom StudioGründerKirfel im Selbstbau, gemeinsam mit Studierenden der Bauhaus-Universität-Weimar errichtet.

Ähnlich wie eine Stadt eine Partnerstadt hat, erhält die Villa Rosenthal einen Partnerort: die Studentenrutsche, eine weithin sichtbare Verwerfung in den Jenaer Kernbergen. Eine Verwerfung ist eine Bruchstelle im Gestein, eine geologische Störung, die zwei Gesteinsbereiche gegeneinander versetzt. Im Falle der Studentenrutsche wurde die Terebratula-Zone (unterer Muschelkalk) auf der südlichen Seite um etwa 6 Meter relativ zur Nordseite abgesenkt. Als Zeichen der Verknüpfung beider Orte wird im Garten der Villa Rosenthal eine begehbare Skulptur, ein neues Folly errichtet, von deren Innenraum sich der gezielte Blick auf die gegenüberliegenden Kernberge eröffnet. Die Partnerschaft macht sich bereits vor Eintritt in die Skulptur bemerkbar, denn seine äussere Hülle bildet die markante Muschelkalkstruktur des gegenüberliegenden Hangs ab.

Ansatzpunkt ist es, die Aufmerksamkeit auf das ureigene Potential des Ortes, nämlich die Lage auf einer Klippe und somit der Blick in die Ferne, zu lenken.

(003)
Interventionen auf Schloss Bedheim

ORT
Schloss Bedheim, Bedheim

KUNSTWERKE
Teilsaniert 2013
Abtrag 2014
Brauchst du hier Mut 2015/2016

TEILSANIERT_ Der Zustand des Denkmalensembles wird in einem einzigen Objekt zusammengefasst. Ein hölzerner Balkon an der, dem französischen Garten zugewanndten Nordseite des Schlosses, wurde in akribischer Handarbeit exakt zur Hälfte von Einbauten der 70er Jahre befreit und anschließend mit weisser Leinölfarbe gestrichen. Die Idee der Teilung wurde dabei bis ins Detail durchgehalten und sogar auf Bepflanzung und Möblierung ausgeweitet.

BRAUCHST DU HIER MUT_ Ist ein häufig zu hörender Satz auf Schloss Bedheim. Die immer wieder in allen möglichen Varianten ausgerufene, geflüsterte oder geseufzte Mut-Bekundung, irritierte uns sowohl in ihrer Häufigkeit als auch in ihrer inhaltlichen Aussage. Das Kunstwerk ist somit eine Konfrontation der Besucher mit ihren eigenen Wünschen, Ansprüchen, Sorgen und Ängsten sowohl an einen Denkmalbesuch als auch an ihre persönliche Lebensplanung.

ABTRAG_ Künstlerische Begleitung der im Winter folgenden Stuckrestaurierung des Josephssaals. Die alten Farbschichten wurden entlang einer Querachse des Saals entfernt und dieser Prozess fotografisch dokumentiert. Der Stuckateur Klaus Rietschel aus Weimar stand dem Vorhaben mit seinem Fachwissen beiseite und stellte Heißdampfstrahler, Vakuumgerät, Zellulosekompresse, Stachelwalze, Spachtel und Modellierhölzer zur Verfügung.