(124)
In Memoriam Mollusca, Schloss Wilhelmsthal Kassel

AUSLOBERIN
Museumslandschaft Hessen Kassel

ORT
Calden

PROJEKTTYP
Skulpturen

WETTBEWERB
Kunstwettbewerb

Drei mit einer tief grünen Moosschicht überzogene Muschelskulpturen füllen die Konchen der Grotte im Schlosspark Wilhelmsthal. 

Das bauzeitliche Thema der Muschel wird wieder aufgenommen und ihr dabei eine neue Rolle zugedacht: Anstatt wie im Rokoko den zierenden Hintergrund, die geschnörkelte Dekoration oder das Baumatreial für Skulpturen zu sein, wird die Muschel hier selbst zum Akteur. 

IN MEMORIAM MOLLUSCA bringt die Muschel aber auch noch auf einer anderen Ebene in die Gegenwart: Durch die Auswahl dreier gefährdeter Muschelarten lenkt das Kunstwerk den Blick auf den rasanten weltweiten Rückgang von Muscheln als Folge der Klimaerwärmung und Meeresverschmutzung.

Der waldige Geruch und die schleichenden Veränderungen des Mooswachstums machen das Kunstwerk zu einem sinnlichen Erlebnis und machen es mehr als einmal besuchenswert.

(122)
Umweltbundesamt Berlin

AUSLOBERIN
Umweltbundesamt Dessau

ORT
Berlin

PROJEKTTYP
Umbau und Erweiterung

ARBEITSGEMEINSCHAFT
Glass Kramer Löbbert

WETTBEWERB
Realisierungswettbewerb

Der Dahlemer Forschungscampus für das Umweltbundesamt bekommt, was dringend notwendig ist, eine einladende Adresse. Wo es der weit sichtbare Turm signalisiert ist auch der Haupteingang:
Zentral im Mittelrisalit. Ein Mittelrisalit definiert sich über die Symmetrie und diese wird gewahrt. 

Der historische Laborbau hat eine hochfunktionale, robuste und umnutzbare Struktur. Trotz seines Alters nimmt er die Forderungen an eine nachhaltige Architektur vorweg: Ein Gebäude, das nach einem Jahrhundert immer ohne übermäßigen Aufwand weitergenutzt werden kann.
Aus dem Bestand ergibt sich die Struktur des neuen Laborflügels. Erschließung, gemeinsam genutzte Funktionen und repräsentativer Raum der vorhandenen Architektur werden so auch für 
den Neubau schlüssig und schwellenlos aktiviert.
Der neue Laborflügel ergänzt angemessen und selbstverständlich das unvollendete kaiserzeitliche Bauwerk. Die äußere Erscheinung ist eigenständig und respektvoll gegenüber dem Altbau. In der 
regelmäßigen und einfachen Struktur werden flexibel zonierbare Forschungsflächen mit hohem Nutzungskomfort geschaffen.

(120)
Oberhessisches Museum Gießen, Wettbewerb 1. Preis

AUSLOBERIN
Magistrat der Stadt Gießen

ORT
Stadt Gießen

PROJEKTTYP
Denkmalsanierung und Neubau

BAUKOSTEN KG 200 – 800
6.000.000

LEISTUMGSUMFANG
Leistungsphasen 1–9

WETTBEWERB
1. Preis Realisierungswettbewerb

Gerade in einer Stadt, in der so wenige historische Gebäude die Zeit überdauern konnten, wie in Gießen, ist kaum ein angemessener Ort für Vermittlung der Stadtgeschichte vorstellbar: Aufbauend auf den Relikten der Wasserburg als Keimzelle der Stadt repräsentieren die beiden Häuser am Kirchenplatz verschiedene Zeitschichten – bei einem handelt es sich immerhin um eines der ältesten Fachwerkhäuser Hessens. Große Eingriffe und verunklärende Anbauten können die Prägnanz dieses einzigartigen Ensembles nur schwächen.

Die wesentliche architektonische Voraussetzung, die für ein anregendes Museumserlebnis noch erfüllt werden muss, ist eine Verbindung beider Gebäude, die nach außen den einladenden Charakter verstärkt und im Inneren einen kohärenten Museumsrundgang ermöglicht. Der eingefügte lichte Treppenraum leitet die Besucher über alle Ebenen und macht sowohl die historische Architektur als auch die Ausstellung völlig neu erlebbar. Auch wenn sich die Ergänzung in ihrer Filigranität und Transparenz klar als Werk unserer Zeit zu erkennen gibt, wächst sie mit dem Bestand durch Bezüge zu dessen identitätsstiftender Architektur zu einem schlüssigen Ganzen zusammen. Die vergrößerte Eingangsöffnung unterstreicht das der Öffentlichkeit zugewandte Selbstverständnis des Museums.

(109)
Ehemalige Herdfabrik Offenburg, Wettbewerb 2. Phase

AUSLOBERIN
GEMIBAU Mittelbadische Baugenossenschaft eG

ORT
Offenburg

PROJEKTTYP
Neubau

WETTBEWERB
Offener Realisierungswettbewerb

Wohnen an einem Ort mit Geschichte.
Das romantisch anklingende Bild der verlassenen Industrieanlage wird aufgenommen, verfremdet und so zu einer eigenen Identität für ein lebenswertes Wohnquartier weiterentwickelt. 
Neu geschaffene Bauwerke und Freiräume wachsen hier mit den bestehenden zu einem charakteristischen Ganzen zusammen.

(106)
Seesport- und Erlebnispädagogisches Zentrum Kloster

AUSLOBER
Landessportbund Thüringen e.V.

ORT
Bleilochtalsperre, Thüringen

PROJEKTTYP
Neubau

LANDSCHAFTSARCHITEKTEN
Rabe Landschaften

WETTBEWERB
Realisierungswettbewerb

Thüringer Meer entsteht eine klar gefasste und zugleich durchlässige Anlage. Während das beheizte Volumen kompakt in einem Haus gebündelt wird, rahmen flexibel nutzbare überdachte Außenräume den Ort, definieren ihn, sorgen für eine ruhige und robuste Atmosphäre und eröffnen vielfältige Möglichkeiten des Miteinanders. Ein transparentes Erdgeschoss lässt Innen- und Außenräume verschmelzen und sorgt für eine niederschwellige Annäherung an den Ort. Auf diese Weise kann der Landessportbund Thüringen seinem Anspruch an einen ganzheitliches Verständnis von Bildung gerecht werden, bei dem kognitive, emotionale, soziale, wert- und handlungsorientierte Dimensionen eine Rolle spielen.

(104)
Umbau und Sanierung Wolffskeelhalle Markt Reichenberg

AUSLOBER
Markt Reichenbach

ORT
Markt Reichenbach

PROJEKTTYP
Sanierung und Umbau

WETTBEWERB
Realisierungswettbewerb

Bild der über dem Ort thronenden Halle ist den Einwohnern seit Jahrzehnten vertraut. Auch in Zukunft bleibt der identitätsstiftende Charakter des markanten Bauwerks gewahrt. Entschiedene Eingriffe verändern jedoch sowohl die äußere Erscheinung, als auch die innere Struktur, um heutigen Anforderungen gerecht zu werden. Das Ergebnis muss kein Kompromiss sein, sondern vorhandene Entwurfsmerkmale können konsequent weiter gedacht werden, so dass Bestehendes und Neues zu einem schlüssigen Ganzen verschmilzt.


Vor dem ehemaligen Parkgeschoss verläuft über die ganze Breite ein offener Kolonnadengang. So ruht das Gebäude nun auf einem stringenten, ihm angemessenen, Sockel, der es in der Umgebung verankert. Hier gelegen profitieren die Räume der Mittagsbetreuung von ihrem 
direkten Bezug zum Außenraum an der künftigen Spielwiese.


Der bestehende, eher verschachtelte, Anbau wird oberhalb des Sockels durch ein klares Volumen mit Kleinem Saal und neuem Foyer ersetzt. Dieses verbindet als hoher, lichter Raum die wiederbelebte Terrasse mit der Ebene der Halle. Hier werden die verschiedenen Nutzungen der Bürgergemeinschaft vernetzt und das Gebäude öffnet sich zu beiden Seiten zu einem kommunikativen Miteinander. Die großzügige und einladende Geste unterstreicht das Selbstverständnis als ein der Öffentlichkeit zugewandtes Haus.

Das Zusammenspiel geknickter Betonelemente und filigraner Ziegelstreifen verleiht dem Bauwerk neue Eleganz und Leichtigkeit. Durch die Weiterentwicklung der schon bisher prägenden Elemente kann dabei eine selbstverständliche Einheit mit kraftvoller Ausstrahlung gelingen.

(103)
Mensch Ernst oder Protest als gemeinsamer Nenner, Berlin

AUSLOBER
Land Berlin

ORT
Berlin Pankow

PROJEKTTYP
Begehbare Skulptur

WETTBEWERB
Kunstwettbewerb

Dem politisch und ästhetisch archaischen Ernst-Thälmann Denkmal wird ganz bewusst ein leichtes, durchscheinendes Pendant hinzugefügt. Dieses ist begehbar und ermöglicht eine Konfrontation mit dem Thälmannkopf auf Augenhöhe.

Im Spannungsfeld zwischen mächtiger und filigraner Skulptur entstehen Auseinandersetzungen mit den Themen Protest, Vereinnahmung und menschlicher Maßstab.

Die begehbare Struktur bietet sowohl Anwohnern, als auch Besuchern neue Möglichkeiten der Aktivität und des Aufenthalts, lässt sie in Farbstimmungen eintauchen und nicht nur auf das Denkmal, sondern auf den gesamten Ernst-Thälmann Park ungewohnte Blicke richten. 

(102)
Stadtbücherei, Lichtenfels

AUFTRAGGEBER
Stadt Lichtenfels

ORT
Lichtenfels

PROJEKTTYP
Umbau und Neubau

LEISTUNGSUMFANG
Leistungsphasen 1 – 9

BAUKOSTEN KG 200 – 800
5.500.000 €

BGF
1840 m2

NF
1240 m2

Die neue Stadtbücherei besteht aus drei Baukörpern: Dem historischen Bau am Marktplatz, dem Lesesaal und einem Hinterhofhaus. Die Gliederung in längliche Volumen greift die Stadtstruktur auf; so entsteht auch in der Höhenentwicklung eine der Situation angemessene Dachlandschaft.

Der Lesesaal entwickelt sich ohne räumliche Trennung aus dem gemeinsamem Counter, der zu Schliesszeiten mit einer mobilen Wand abgeschlossen werden kann. Er ist durch eine Bücherwand gegliedert; diese Wand trennt im unteren Teil die Nebenfunktionen der Bücherei im Erdgeschoss und im oberen Teil die leiseren Zonen der Bücherei von der lebendigen Lesetreppe.

In den drei Geschossen des Hinterhofhauses sind Leseplätze, Arbeitsräume und die verschiedenen Abteilungen mit Nebenfunktionen untergebracht. Die Geschosse sind durch eine freistehende Treppe verbunden. Die Dachterrasse auf dem Lesesaal wird als großzügiger Dachgarten mit Sitzgelegenheiten ausgebildet; er dient sowohl den Benutzern und Mitarbeitenden der Bücherei als auch Passanten als Ruhepol in der Innenstadt.

Realisierung 2020 – 2024.

(098)
Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth, 2. Preis im Wettbewerb

AUSLOBER
Zweckverband Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth

ORT
Mödlareuth

PROJEKTTYP
Neubau

LANDSCHAFTSARCHITEKTEN
BBZ Berlin

WETTBEWERB
2. Preis Realisierungswettbewerb

Das neue deutsch-deutsche Museum in Mödlareuth findet als flacher Satteldachbau Anschluss an Bauten vor Ort, stellt jedoch in Dimension und Hülle aus Kupferblech seine Sonderstellung als Museumsbau klar heraus. Der von der Staatsstrasse zunächst geschlossen scheinende Baukörper, öffnet sich nach Nordwesten mit seiner gesamten Fassade zu einem Lichtdurchfluteten Wandelgang, dessen Blicke auf den ehemaligen Grenzverlauf ausgerichtet sind.

(094)
Kiswa Periskop, Universität Tübingen

AUFTRAGGEBER
LANDESBETRIEB VERMÖGEN UND BAU BADEN WÜRTTEMBERG

ORT
ZENTRUM FÜR ISLAMISCHE THEOLOGIE DER UNIVERSITÄT TÜBINGEN (D)

MATERIALIEN
STOFF, KUNSTSTEIN, SPIEGEL

ABMASSE
1 x 1 x 7 m

REALISIERUNGSKOSTEN
90.000 EUR

Am Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen entsteht mit dem Kiswa Periskop ein Ort, an dem sich Wissen und Glauben bündeln und Ver- und Enthüllen koexistieren.

Ein Streifen einer obsoleten Kiswa, des Stoffes der heiligen Kaaba aus Mekka, wird in der Bibliothek ausgestellt. Durch eine Periskopstele im Bibliotheksinnenhof lässt sich das Textil und auch das sich davor abspielende Bibliotheksgeschehen vom Plateau aus beobachten.

Das Projekt wird zur Zeit realisiert und voraussichtlich 2022 abgeschlossen sein.

(092)
Stadttheater Landshut, 4. Preis im Wettbewerb

AUSLOBER
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

ORT
Neubau Forschungsgebäude IMITATE

PROJEKTTYP
Kunst am Bau

WETTBEWERB
Kunstwettbewerb

Wie hineingegossen schmiegt sich die neue Theatererweiterung des Stadttheaters Landshut an den historischen „Bernlocher Komplex“ und bildet gemeinsam mit ihm nach außen hin eine klar formulierte Kante. 
Im Inneren verschränken sich selbstlos und ohne Berührungsängste Alt und Neu miteinander und dienen damit bestmöglich einem hocheffizienten Theaterbetrieb. In seiner äußeren Erscheinung demonstriert das neue Theaterhaus eine eigenständige architektonische Position und bildet an der Südwestecke des Gebäudeensembles einen repräsentativen Eingang mit Vorplatz. Das Thema der Gewölbe aus dem Inneren des Altbaus, wird, in leicht verspielter und variantenreicher Manier, mit der neuen Fassade bis in den Außenraum getragen. Damit nimmt der Erweiterungsbau auch Bezug zu Landshuts baugeschichtlich und kulturhistorisch bedeutsamen Erscheinungsbild, in dem der Bogen als Sturzüberbrückung noch eine vertraute Öffnungsform darstellt.

(091)
Raumorgel, Zionskirche in Berlin

PROJEKTTYP
Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung einer neuen Orgel in der Zionskirche Berlin

ORT
Zionskirche in Berlin

Nicht nur der Klang der neuen Orgel in der Berliner Zionskirche öffnet sich in den Raum; sie selbst bildet den Raum. Ein „Wald“ aus Pfeifengruppen steht auf den Emporen und eröffnet Besuchern, Zuhörern und Gläubigen neue Möglichkeiten des Erlebens und der Teilhabe an Musik. Dem Organisten eröffnet diese räumliche Aufteilung von Klangquellen Spielinterpretationen, wie sie bei herkömmlichen Orgeln nicht möglich sind.

Mit dieser Orgelkonzeption wird sowohl an sakrale Funktionen und Traditionen angeknüpft, als auch Bezug zur sozialen Bedeutung und Geschichte des Ortes genommen: Als Ort sozialer Offenheit und Interaktionen (Dietrich Bonhöffer, Ost-Punk-Konzerte, Umweltbewegung, Neues Forum etc.) scheint uns eine Orgel, welche man nicht nur von außen ansehen, sondern „betreten“ bzw. sich zwischen ihren Komponenten bewegen, sich mit Anderen gemeinsam darin aufhalten und interagieren kann, eine angemessene Antwort auf Ort und Zeit zu sein.

2. Preis, März 2019

(089)
Gräserfeld, Kunst für die Universität Freiburg

AUSLOBER
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

ORT
Neubau Forschungsgebäude IMITATE

PROJEKTTYP
Kunst am Bau

WETTBEWERB
Kunstwettbewerb

Auf dem Dach des Institute For Disease Modeling And Targeted Medicine wiegt sich ein Feld aus lindgrünen Halmen im Wind. Nachmittags, wenn die Sonne im Westen steht, schimmert und strahlt das leicht transluzente Gräsermeer und lässt eine wogende Lichtarchitektur entstehen.

Im Inneren des Hauses zeigt ein Ensemble aus 10 Fotografien, Bilder der Halme in Nahaufnahme. In dem Spiel aus Licht, Schatten, Himmel und Gräsern bewegen sich in Gedanken versunkene Wissenschaftler. Ist das nicht die Kollegin aus dem Zellkulturlabor? Das steht doch bei uns auf dem Dach? Und haben uns die Künstler jetzt wirklich ihren Rückzugsort ausgeliehen?

(084)
Revitalisierung alte Spinnerei Kulmbach, 2. Preis im Wettbewerb

AUSLOBERIN
Stadt Kulmbach

ORT
Alte Spinnerei, Kulmbach

PROJEKTTYP
Umbau Industriegebäude

LANDSCHAFTSARCHITEKTEN
Station C23 Leipzig

WETTBEWERB
2. Preis Realisierungswettbewerb

Präzise und  stolz wie zu Hochzeiten der Kulmbacher Textilindustrie vor etwa einem Jahrhundert, steht die Alte Spinnerei im Stadtgefüge. Auf den ersten Blick unverändert, sind mit dem Einzug der neuen Nutzer jedoch auch räumliche Veränderungen einhergegangen. Veränderungen, die die äußere Erscheinung auf subtile Weise prägen und den Innenraum ganz neu definieren: Ein ebenerdiger Eingang öffnet das Gebäude über die gesamte Platzseite, ein haushohes Foyer schafft eine völlig neue Raumgeste und niedrigere Geschosshöhen werden den neuen Anforderungen an kleinere Raumstrukturen gerecht, ohne mit der kraftvollen Bestandsfassade in Konflikt zu geraten.

STÄDTEBAULICHE ORDNUNG
Der erste Schritt den Kopfbau und den Bau A1 Ost herauszustellen, besteht in einer Ordnung der Höhenniveaus und Geländeanschlüsse. Durch das Beseitigen der Brüche und Geländekanten zwischen der Nord- und Südhälfte des Platzes zum Einkaufszentrum entsteht mit wenigen Mitteln ein einheitliches Platzniveau.

Das Gebäude steht nun am Platz. Über diesen neuen Platz wird das Foyer im Kopfbau ebenerdig und schwellenlos betreten. Das frühere Untergeschoss ist nun das Erdgeschoss, das Foyer eine Verlängerung des Außenraums, mit einem direkt angrenzenden öffentlichen Veranstaltungssaal.

Der Bau A1 Ost sorgt mit wiederhergestellten Nord- und Südseiten für eine Beruhigung des gesamten Spinnereiareals.

ARCHITEKTUR
Der architektonische Schatz des Ensembles ist die eindrucksvolle Fassade des Kopfbaus. Es ist von höchstem Wert, diese zu erhalten und ungestört wirken zu lassen.

Im Zusammenhang mit den Ansprüchen an die Kleinteiligkeit und Bauklimatik der neuen Nutzung hilft diesem Ziel paradoxerweise der schlechte Zustand der historischen inneren Tragkonstruktion. Wie im Statikgutachten empfohlen, wird diese entfernt und ein neuer Baukörper mit Abstand zur Bestandsfassade errichtet; dieser rückt nicht nur ab, er hat auch mehr Geschosse als sein Vorgängerbau. So können die vielen geforderten kleinen Büroräume in logischer Rasterung und mit angenehmen Raumproportionen gebaut werden, ohne die Außenfassaden durch eine Fülle von Wandanschlüssen zu zerstören.

Der umlaufende Luftraum funktioniert unter anderem als klimatischer Pufferraum, so dass bei der neuen Gebäudehülle mit schlanken Querschnitten gearbeitet und auf einen außenliegenden Sonnenschutz verzichtet werden kann.

Die Außenwirkung zeigt sich besonders schön in der Dämmerung und an trüben Tagen, an denen das Haus über seine gesamte Fassadenfläche freundlich und warm schimmert.

(082)
Kloster Gransee, 3. Preis im Wettbewerb


AUSLOBERIN
Gemeinde Gransee

ORT
Bibliothek Gransee

PROJEKTTYP
Denkmalsanierung und Neubau

WETTBEWERB
3. Preis Realisierungswettbewerb

Der Platz vor der Alten Schule wird zum Vorplatz der Bibliothek. Eine neue Freitreppe weist auf die herausgehobene öffentliche Funktion hin. 

Der markante Pflasterweg mit Kastanien parallel zum Klausurflügel hat bereits heute die räumliche Kraft für einen angemessenen Vorbereich der neuen Ausstellungsräume im Erdgeschoss des historischen Baus. Wir nutzen diesen Umstand, um hier einen separaten Zugang zu schaffen.

Mit sparsamen Eingriffen in das städtebaulichen Gefüge aktivieren wir den sehr schönen Garten auf der Ostseite räumlich. Dies unterstützen wir durch die Ergänzungen Wandelgang und Café in der Remise. Der geschwungene Wandelgang definiert einen neuen Innenhof zwischen Klausurflügel und Alter Schule; durch seine Bögen öffnen sich verschiedene Perspektiven in den Garten, denen das Café im Norden mit einer besonnten Außenfläche gegenüberliegt. Dazwischen erstreckt sich der Garten als Spielfläche des neuen Ortes für Kultur und Bildung in Gransee.

(071)
Neuapostolische Kirche Coburg


AUSLOBERIN
Neu Apostolische Kirche

ORT
Bahnhofstraße, Coburg

PROJEKTTYP
Neubau
Kirche

WETTBEWERB
Mehrfachbeauftragung

Unser Entwurf sieht einen klaren, hellen Baukörper vor, der in städtischer Manier die Solitäre in der Bahnhofsstraße fortsetzt. Mit ihrer Annäherung an die umliegenden Traufhöhen und der charismatischen Wölbung der Frontfassade behauptet sich die neue Kirche zwischen den Nachbarn ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Die den Wohnhäusern in der Bahnhofstraße vorgelagerten Hecken und Zäune finden vor der neuapostolischen Kirche eine Unterbrechung. Hier entsteht ein Vorplatz mit offenem und öffentlichem Charakter. Unterstützt wird dieser Eindruck dadurch, dass das kompakt geformte Volumen einzig an der Vorderseite ein wenig von seiner Pragmatik abweicht und mit einer nach innen gewölbten Fassade eine ebenso markante wie einladende Geste beschreibt. In den Sommermonaten kann sich das Gemeindeleben bis hinaus auf den Platz ziehen.

(070)
Supermarkt Stützerbach, 2. Preis im Wettbewerb


AUSLOBER
Gemeinde Stützerbach

ORT
Hüttenplatz, Stützerbach

PROJEKTTYP
Neubau

WETTBEWERB
2. Preis Realisierungswettbewerb

Das neue Dorfzentrum von Stützerbach entsteht durch die Setzung eines klaren, selbstbewussten Baukörpers, der sich in Form und Material zum neuen Platz hin öffnet. Ein weit auskragendes Vordach beschirmt den Eingangsbereich und schafft eine Geschützte Aufenthaltszone. Die verglaste Fassade zum Platz hin verbindet den Innenraum mit dem Aussenraum und schafft ein buntes und lebendiges Szenario aus einkaufenden, verweilenden, spielenden Bürgern und zum Verkauf stehenden waren.

(066)
Raumkörpergeste, Kunst für die Staatsoper Berlin, 3. Preis im Wettbewerb


AUSLOBER
Stadt Berlin

ORT
Staatsoper Berlin

PROJEKTTYP
Rauminstallation

WETTBEWERB
3. Preis Kunstwettbewerb

Durch minimale Berührungen werden zweidimensionale Flächen zur Formung eigener Gesten gebracht. Körper interagieren direkt mit dem Raum; eine Raumkörpergeste entsteht.

Durch 24 Wandfelder der Konditorei drücken sich Komponenten KÖRPERLICHER Gesten. ZU SEHEN SIND Körperteile, welche gerade an der Ausführung einer Geste beteiligt sind; Andeutungen von Gesten.

Eine Hand, ein Finger, ein Knöchel berührt den dehnbaren Stoff und zwingt die gesamte Fläche sich in seine Richtung auszudehnen. Genau diese, den Stoff berührenden Körperteile, sind im Kunstwerk verstetigt. Der Rest der Geste hat sich verflüchtigt. 

Sind es die Darsteller von der Bühne, die sich da durchdrücken? Stammen die Bewegungen aus Ballett und Oper? Oder sind es Teile von Alltagsgesten? Ist das nicht ein ganz normaler Ellenbogen, wie der der Dame, die gerade das Sektglas festhält? Nein, sind diese Hände nicht gerade am Flicken von etwas? Sind es gar die Menschen hinter den Kulissen, die sich hier durchdrücken? Einige der 800 unsichtbaren Angestellten der Staatsoper?

Die dargestellten Gestenfragmente ermöglichen unterschiedliche Deutungsmuster, lassen Freiraum für die Fantasie der Besucher und setzen Reflexionen über Körperlichkeit, Entkörperung und den Organsimus Opernhaus, mit all seinen im Verborgenen ablaufenden Vorgängen in Gang.

(061)
Massen in Bewegung – Hamm 2015, 3. Preis im Wettbewerb

AUSLOBER
Stadt Hamm

ORT
Haldenfamilie am Lippepark Hamm

PROJEKTTYP
Begehbare Skulpturen

WETTBEWERB
3. Preis Kunstwettbewerb

5 massige, geheimnisvolle Gestalten prägen die Kuppen der Halden Schacht Franz Nord, Radbod, Sundern, Kissinger Höhe und Humbert. In Höhe und Breite variierend, haben sie doch drei Gemeinsamkeiten, welche sie als klar zusammengehörige Familie erkennbar machen: alle fünf Skulpturen basieren auf der Kubatur eines Zylinders. Alle fünf Skulpturen bestehen aus exakt 100 Kubikmetern Masse.
Alle fünf Skulpturen sind aus dem Gestein jeweils der Halde auf der sie stehen gebaut.
Die Auseinandersetzung mit der Stadt Hamm und ihrer Bergbaufolgelandschaft geschieht somit unmittelbar, nämlich durch das Bauen mit dem Ort selbst. Durch stampfen wird der Abraum, das Lokale, die Landschaft prägende Material zur Skulptur.

(043)
Sphäre g1 – München 2013

AUSLOBER
Klinikum der Universität München

ORT
Marchioninistraße, München

PROJEKTTYP
Begehbare Skulptur

WETTBEWERB
Kunstwettbewerb

Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung der Außenbereiche – Klinikum der Universität München.
Neubau für das Centrum für Schlaganfall- und Demenzforschung

Die begehbare Skulptur „Sphäre g1“ bietet den Durchwegenden, seien es Patienten, Besucher oder Forscher unterschiedliche Angebote der Benutzung und der Aneignung. Die Skulptur lässt verschiedene Interpretationen zu und wird so für jeden das, was seiner Gedankenwelt gerade am nächsten ist:

Einer betritt ein höhlenartiges Objekt, in dem er sich geborgen fühlt und zur Ruhe kommt, ein nächster läutet die Glocke und befindet, dass es sich bei der Skulptur wohl um eine kleine ungewöhnliche Kapelle handelt, einen weiteren überkommt beim Betreten des rundlichen Körpers das Gefühl einer Reise in sein eigenes Gehirn und für wiederum einen anderen ist das Kunstwerk zu seinem favorisierten Mittagspausenplatz geworden. Hier isst er gerne seine Wurstsemmel, da er hier hell und gleichzeitig wettergeschützt sitzen kann.